Fakten statt Gerüchte

Von Ursula Zabel

Wie konnte es passieren, dass Dr. Helmut Raiser abgewählt wurde?

Eine Zusammenfassung aus persönlicher Sicht
von Ursula Zabel

Fakten statt Gerüchte heißt es seit zwei Jahren nach einer " normalen " Bundesversammlung in der Landesgruppe Nordrheinland. Fakten statt Gerüchte ist der Titel eines Informationsabends, an dem die Delegierten der Landesgruppe die interessierte Basis über Tatsachen informieren, aber auch über ihre eigene und persönliche Sicht auf die Abläufe einer Bundesversammlung.

Dieses Mal gebe ich aus zeitlichen Gründen schriftlich einen Bericht ab, der auch Mitgliedern aus anderen Landesgruppen zur Verfügung steht. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Die Fakten
Am 25. Januar 2004 versammelten sich die Delegierten der Landesgruppen in Augsburg zu einer außerordentlichen Bundesversammlung und die Fakten sind ganz einfach darzustellen:
§ Im Vorfeld wurde vom SV nicht über das Stattfinden einer außerordentlichen Bundesversammlung berichtet.
§ Soweit mir bekannt, gab es auch in den Landesgruppen, wenn überhaupt, lediglich Mitteilungen, dass eine außerordentliche Bundesversammlung stattfinden würde. Es gab keinerlei Informationen über die Tagesordnung Bundesversammlung.
§ Noch am Sonntagabend, nach der Bundesversammlung, informierte die Hauptgeschäftsstelle auf der Homepage des SV über folgende Tatsachen:
1.Es hat eine außerordentliche Bundesversammlung in Augsburg stattgefunden.
2.Der einzige Punkt der Tagesordnung war die Abberu­fung des Bundeszuchtwarts, Dr. Helmut Raiser, aus dem Amt aus wichtigem Grund.
3.Die Abwahl hat stattgefunden (61 Stimmen für die Abwahl, 34 Stimmen dagegen)Soweit die Fakten.

Aber diese Fakten allein erklären nicht, was wirklich passiert ist

Informationen für die Basis!
Unter Federführung der ZG Züchtergemeinschaft wurde die Basis im Vorfeld informiert. Sollte die Vereinsführung um Herrn Henke herum tatsächlich angenommen haben, dass dies nicht geschehen würde, so war dies töricht.

Zu Zeiten von Hermann Martin als Präsident hat die ein­seitige Ausrichtung des Deutschen Schäferhundes auf einen Einheitstyp zum Widerstand von Züchtern geführt. Der Deutsche Schäferhund, von Beginn an als Allrounder gezüchtet, lässt sich nicht auf einen Einerlei minimieren: Die ZG Züchtergemeinschaft um Eugen Ecker entstand. Versuche, sie zu unterdrücken, sie zu verbieten und die Angehörigen dieser Züchtergemeinschaft zum " Abschwören " zu bewegen, schlugen sämtlich fehl.

Nebenbei, gar nicht beabsichtigt, aber heute vielleicht die wichtigste Leistung der Züchtergemeinschaft: Es bauten sich neue Kommunikationsstrukturen auf. Für jeden Aussteller ist und war es selbstverständlich, dass er sich an mehreren Wochenenden im Jahr, im Extremfall sind es sicher bis zu dreißig, mit Gleichgesinnten auf Ausstellungen trifft. Sieht man sich nicht, gibt es das Telefon. Wenn man sich immer wieder mit den selben Menschen trifft, immer wieder die gleichen Meinungen hört, die gleichen Gedanken austauscht, ist die Gefahr groß, dass man eine " Gruppe " mit " Alle " verwechselt.

Die ZG Züchtergemeinschaft war der erste Ansatz, Kommunikationsstrukturen auch für die Mitglieder, Hundesportler und Züchter aufzubauen, die den Deutschen Schäferhund als Gebrauchshund behalten und fördern möchten. Andere kamen. Uwe Junker schuf die schriftliche Information Namen Durchblick. Aus ihr entstand der Gedanke zu einer anderen Fachzeitschrift, Jürgen Rixen gründete die Zeitschrift Der Gebrauchshund. Uwe Junker gründete die Homepage www.schaeferhund.net und eröffnete ein Diskussionsforum. Ohne das Forum wäre die Kommunikation vor der vergangenen außerordentlichen Bundesversammlung nicht möglich gewesen. Wieder später entstand das Das Schäferhund-Magazin.

Mit diesen Medien und einer ständig wachsenden Anzahl von E-Mail-Adressen, war die Möglichkeit gegeben, zwar noch nicht alle SV-Mitglieder zu erreichen, aber doch zumindest so viele, dass nach dem Schneeballsystem ein größerer Teil von Mitgliedern erreicht werden konnte als je zuvor.

Wie wichtig Kommunikation ist, hatte der Präsident des SV spätestens erkannt, als er die Reaktionen auf die ersten Artikel des neu gewählten Bundeszuchtwartes Dr. Helmut Raiser im SV-Heft bemerkte. Diese wurden sofort unterbunden und das Heft nur noch für die eigene Darstellung genutzt. Aber - siehe oben - zu spät. Informationen lassen sich nicht mehr aufhalten.

Die Basis macht mobil
Diese Informationen führten zu einem unerwarteten Er­gebnis. Es war, als ob ein unter Druck stehender Kessel ein Ventil gefunden hatte: Von überall kamen Anfragen: " Was können wir tun? " Und dann auch: " Ich mache! " Einige fuhren von Ortsgruppe zu Ortsgruppe, um zu informieren. Andere riefen nicht nur auf, sondern begannen, Aktionen vor Ort zu organisieren. (Herzlichen Dank Schmidt und Schmitt!) Wieder andere druckten Plakate, stifteten eine Busfahrt und vieles mehr. So gelang es der ZG Züchtergemeinschaft in nur wenigen Tagen zu informieren und zu einer Unterschriftensammlung aufzurufen. Diese Unterschriftensammlung war ein Riesenerfolg. Bis zum 24. Januar 2004, 16.00 Uhr waren 4203 Unterschriften bei Eugen Ecker eingegangen - und sie kommen noch.

Kurz vorher war Dr. Helmut Raiser aufgrund einer Einla­dung von Hartmut Zenk Gast in der Landesgruppe Nord­rheinland. Auf der Ausbildungswartetagung referierte er stundenlang über Ausbildungskonzepte, Aufbau im Schutzdienst und die Bedeutung der Ausbildung für die Zucht. Auch als die Tagung in den Nachmittag hineinging und er noch einige Worte zur aktuellen politischen Situa­tion sagen wollte, ging kaum jemand nach Hause. Das Ergebnis: Aus dieser Landesgruppe, in der man wusste, für welche Ziele,Dr. Helmut Raiser als Bundeszuchtwart steht, kamen besonders viele Unterschriften.

Aber wofür steht dieser Bundeszuchtwart Dr. Helmut Raiser?
Nach seiner Wahl hatte Helmut seine Freunde aus alten Tagen wieder einmal als Gruppe zusammen gerufen und um Unterstützung gebeten. Dies macht man ihm jetzt zum Vorwurf! In einer kleinen Arbeitsgruppe, die sich aus Mitgliedern aus allen Bereichen des Vereins zusammensetzt, wurden zunächst zehn Thesen zur Situation des Vereins und somit zur Aufgabenstellung für einen Bun­deszuchtwart erarbeitet. Helmut hatte vorher, direkt nach seiner Wahl, auch Leonhard Schweikert, seinen Amtsvorgänger und Zuchtwart von Baden und Peter Meßler aufge­sucht und sie gebeten, ihn über die dringlichsten Aufgaben, die im Verein züchterisch anzugehen sind, zu informieren. Beide sagten ihm ihre Unterstützung zu. Leonhard Schweikerts Unterstützung sah so aus, dass er nur wenige Zeit später eine Resolution aller Landesgruppen-Zucht­warte mit unterzeichnete, in der sie Helmut Unfähigkeit im Amt bescheinigten. Peter Meßler übergab nicht nur Un­terlagen über die anstehenden Aufgaben für die neue Körung, er erklärte ihm auch detailliert Aufgabenstellung, Möglichkeiten und züchterische Perspektiven dieses Zucht lenkenden Instruments.

Mit seiner kleinen Arbeitsgruppe ging Helmut diese Körmatrix Punkt für Punkt durch, entwickelte sie weiter und hoffte, dass die Mitglieder des Zuchtausschusses die so wichtige Feinabstimmung in der ersten Sitzung des Zuchtsausschusses vornehmen würden. Wir wissen heute: Dies war ein Irrtum.

Thesen, Körmatrix, und nun das überhaupt beeindruckendste, das Helmut Raiser geschaffen hat: Seit Jahren sprechen wir in diesem Verein von Lagern, die einen beschwören sie, die anderen hoffen, dass man die Lagertrennung durch den Universalgedanken auflösen kann. Helmut hat mit seiner Strategie das geschafft, was kaum jemand für möglich gehalten hat. Er hat dargestellt, dass es möglich ist, " Spielwiesen " zu definieren, die es allen Mitgliedern des Vereins möglich machen, sich in diesem Verein zu Hause zu fühlen, zu arbeiten, auszustellen und zu züchten, ohne sich gegenseitig zu hassen, ohne gegenseitige Schuldzuweisungen und trotzdem in Richtung auf ein gemeinsames Ziel: Die Zucht eines Deutschen Schäfer­hundes nach den Vorgaben des Rassestandards

Dies alles war - wenn auch nicht allen Mitgliedern - im Verein bekannt. Manchen war es nicht bekannt, weil sie an die Informationsstrukturen nicht angeschlossen waren. Manchen war es nicht bekannt, weil sie es nicht hören wollten.

Im Laufe der Monate entwickelte Dr. Helmut Raiser eine weitere Idee: Wir haben zwischen der Anschaffung eines Welpen und dem Ablegen der Schutzhund 1 ein zu großes Loch. Dieses gilt es zu füllen, sowohl im Interesse des Hundessportler, als auch im Interesse der Aktivität in den Ortsgruppen und, und dies vor allem, im Interesse der Zucht. Wir müssen uns um, er nennt sie einfach mal, Kindertests kümmern, die den Leuten Spaß machen, die die Hunde nicht bewerten, sondern beschreiben und die uns Informationen über möglichst viele Hunde unserer Schäferhundpopulation liefern.

Kontakte dazu hat er bereits geknüpft. Es gibt zahlreiche Wesensprofile für Junghunde. Am bekanntesten ist das Schweizer Modell nach Weidt und Berlowitz. Am ausgereiftesten dürfte das schwedische Modell sein, der so genannte Mental Test.
Kontakte dazu hat er bereits geknüpft. Es gibt zahlreiche Wesensprofile für Junghunde. Am bekanntesten ist das Schweizer Modell nach Weidt und Berlowitz. Am ausgereiftesten dürfte das schwedische Modell sein, der so ge­nannte Mental Test

Wir wissen noch nicht, ob diese Tests 1:1 auf unsere Population zu übertragen sind. Wir wissen nicht, ob wir das Schweizer Modell besser finden. Wir wissen nicht, ob es nicht ein drittes Model gibt, das viel besser ist. Wir wissen nicht, ob wir nicht aus einem oder mehreren Modellen ein eigenes Modell schaffen müssen. Helmut Raiser hat nichts weiter gesagt, als dass wir es uns angucken sollten - und dann darüber reden. Erst dann können wir beschließen und umsetzen.

Wir müssen im Sinne unserer Hunde die wichtigen Themen anpacken. Was nützt es, wenn die Aussteller sagen, eine IPO 1 als Zuchtvoraussetzung ist für uns zu schwierig (oder zu teuer). Da können wir nicht einfach hingehen und sagen:" Das interessiert uns nicht! " Wir müssen uns um die Sorgen unserer Aussteller kümmern. Hier hat Helmut einen Ansatz auch den Schau orientierten Züchtern zu helfen. Unter Umständen ergibt sich aus einem " Kinder­test " das Modell einer Zuchttauglichkeitsprüfung, die einen Hund zumindest für wenige Deckakte freigibt. über die Hündin wird noch extra zu reden sein.

Ein Jahr Bundeszuchtwart:
ü Zehn Thesen
ü Intensives Arbeiten an der Körmatrix
ü Eine Strategie
ü Konkrete Aktivitäten im Hinblick auf ein Junghundpro­fil
ü Kontakt mit der Wissenschaft zur Eruierung molekulargenetischer Optionen
ü Gesamtkonzept mit Ausbildungs-, Helfer- und Richterprogramm
ü Integration von Einsteigern
ü Andenken neuer Instrumente für die Zuchtselektion

Haben wir das schon einmal gehabt? Hatten wir schon einmal einen Zuchtwart, der sich so für die gesamte Zucht ins Zeug gelegt hat? Und innerhalb so kurzer Zeit so viele zukunftsweisende Ideen präsentierte? Und das trotz der Blockaden?

Die Presse wird hellhörig
Zurück zu der Zeit vor der außerordentlichen Bundesver­sammlung
Die Basis machte weiter mobil. Eine Unterschriftensammlung war nicht genug - eine Demo in Augsburg am Tag der Bundesversammlung vor dem Dorint-Hotel war nicht mehr aufzuhalten. Die Presse rief an. Noch bevor wir überhaupt die Möglichkeit hatten zu reagieren, hatten einige auch andere Medien informiert. So konnten wir nur noch eine Pressemitteilung herausgeben. Dass diese Pressemitteilung den Kern der Sache getroffen hat, mag man an den Artikeln in der Augsburger Allgemeinen erkennen. (www.augsburger-allgemeine.de)

So reisten wir nach Augsburg an. 3.30 Uhr in der Nacht aufstehen, noch mal Kontrolle, ob die letzten Sachen ein­gepackt sind. Mein Mann hat alle Hunde versorgt (Danke!) und dann ab nach Köln zum Bahnhof. Eine halbe Stunde später fuhren die anderen aus der OG ab. Ziel: Demo in Augsburg! Das Wetter meinte es nicht gut mit ihnen.

Die Stimmung bei den Delegierten der Bundesversamm­lung hatte sich erwartungsgemäß verändert. Natürlich sind die Zeiten der ersten Bundesversammlungen mit gegenseitigem Kennen lernen und gegenseitigem füreinander Verständnis aufbauen längst vorbei. An Grüppchenbildung haben wir uns längst gewöhnt. Dass jetzt die Anzahl derjenigen, die sich nicht mehr in die Augen schauen und die sich nicht mehr Guten Tag sagen mögen, zunimmt, war zu erwarten - trotzdem empfinde ich es nicht als normal.

Die Demo
Gegen 13:00 Uhr, die Sitzung sollte beginnen, sah man draußen auf dem Hang vor der Fensterfront durch die zugezogenen Vorhänge hindurch Menschen, Plakate und es dauerte nicht lange, bis ein Pfeifkonzert ertönte. Die Zahlen sind unterschiedlich, aber mehr als 300 Demonstranten waren es mindestens, die trotz schlechten Wetters, trotz Schnee und Eis, trotz Glatteis, trotz Schneegestöber nicht nur den Weg nach Augsburg gefunden hatten, sondern dort auch von 11:30 Uhr an sich aufgestellt und ausgeharrt hatten in der Kälte und Nässe, bis sie zum Hotel kamen. Die Anzahl war gar nicht entscheidend. Die Tatsa­che an sich war mehr als beeindruckend: Die erste Demo im SV. Traurig, dass es soweit kommen musste. Aber aufbauend, dass Menschen ohne Eigennutz unter hohem persönlichem, zeitlichem und finanziellem Einsatz soweit gegangen sind und nur für die Demo nach Augsburg kamen. Aus ganz Deutschland waren sie angereist. Jede Landesgruppe war vertreten. Auch die Landesgruppe 16, das Ausland, hatte es sich nicht nehmen lassen, einige Hundesportler zu entsenden.

Herr Henke war sofort bereit, den Demonstranten gegen­über zu treten. Sie brachten ihre Forderungen vor:

Nach jeder einzelnen Forderung skandierten sie: " Wir fordern! " Da waren es auf einmal nicht mehr 300 Men­schen, die dort draußen standen - es klang, als wären es mindestens 1000. Ich spüre noch die Schauder, die mir über den Rücken gelaufen sind und ich war nicht die Ein­zige, die dort stand und hinterher klar zu erkennen gab: " Das hat mich sehr bewegt. " Worte können das kaum beschreiben.

Herr Henke dankte für das Kommen der Demonstranten, da sie doch gelebte Demokratie dokumentieren würden. Er bat aber auch um Verständnis dafür, dass er das Regelwerk des SV beachten und in der Bundesversammlung den Antrag abarbeiten müsse. An diesem Punkt langte es den Demonstranten und sie wiesen seine Worte als heuchlerisch und verlogen zurück. Ein Pfeifkonzert hub an, das in dem erneuten Ausrufen der Forderungen mit dem zwischendurch skandierten Wir fordern! gipfelte

Die Versammlung
Diese Demonstration mag die Bundesversammlung für etwa eine halbe Stunde aufgehalten haben. Dann ging es in den Saal und wir begannen mit der Tagesordnung.

Hier beginnt nun für mich als Berichterstatterin, die ihre persönlichen Eindrücke darstellt, ein schwieriger Punkt. Man hat in dieser Bundesversammlung versucht klarzumachen, dass man nicht unbedingt das Recht hat, im Detail über Ergebnisse aus einer Versammlung zu berichten. Mein Demokratieverständnis ist ein anderes, denn schließlich geht es hier nicht um irgendwelche Personal- oder Finanzgeheimnisse. Ich denke, jedes Mitglied dieses Vereins hat ein Recht zu erfahren, was in dieser Bundes­versammlung passiert ist. Ich denke, es hat auch jedes Mitglied ein Recht darauf zu erfahren, welche Beschlüsse ein Vorstand eines Vereins fasst. Aber dazu später mehr. Natürlich ist eine Berichterstattung immer subjektiv, aber niemand hindert ein Mitglied daran, sich von mehreren Personen informieren zu lassen.

Die Versammlung begann mit Irritationen, denn vorne am Vorstandstisch saß nicht nur Dr. Helmut Raiser, dort saß auch Heinz Scheerer. Auch wenn Herr Henke auf Nachfrage betonte, dass er ja nur als Landesgruppenvorsitzender abstimmen würde, kann ich nur etwas ironisch eine Bemerkung eines anderen Delegierten wiederholen: Er war der einzige Landesgruppenvorsitzende, der vorne am Vorstandstisch saß.

Die Regularien waren zu erfüllen, z.B. die Teilnehmer festzustellen und dann begann Herr Henke mit einer PowerPoint-Präsentation, die " wichtigen " Gründe für die Abwahl darzulegen.

Eingeladen hatte der Vorstand den Vereinsrechtler Herrn Dr. Reichert und ein Gutachten, das er im Auftrag des Vereins erstellt hatte (von zwei Gutachten war die Rede), wurde immer wieder in Zitaten in der PowerPoint-Präsentation dargestellt. Im Laufe der Darstellung der wichtigen Gründe kam es zu vielen, vielen Details. Dies war ermü­dend und führte zu einem weiteren Problem. Helmut Raiser wurde ohne Vorankündigung, ohne Möglichkeit sich vorzubereiten - wie die Delegierten auch - mit Be­hauptungen konfrontiert, die er jetzt aus dem Stegreif, aus der Erinnerung, unter dem Druck am Rednerpult zu ste­hen, widerlegen sollte. Lediglich in der Vorstandssitzung hatte man ihm einige Punkte mündlich genannt. Da mag Herr Dr. Reichert auch gesagt haben, dass dies juristisch möglich sei - aber selbst in einer Gerichtsverhandlung hat man Zeit, sich auf erhobene Vorwürfe vorzubereiten.

Helmut Raiser ist es gewohnt im Mittelpunkt zu stehen, er ist in der Lage eine solche Situation besser zu meistern als die meisten von uns - aber auch er hat Grenzen.

Die " wichtigen " Gründe
Die entscheidende Frage war für mich, dass Herr Dr. Reichert ausführte (schriftlich zitiert an der Leinwand), dass in einem zerstrittenen Vorstand ein Vorstandsmitglied auch dann aus wichtigem Grund abgewählt werden kann, wenn dies abgewählte Mitglied nicht schuldhaft gehandelt hat. Mit anderen Worten, es können zwar alle jemanden blockieren, aber der Blockierte wird bestraft.

Wir wurden mehrfach darauf hingewiesen, dass die Abwahl nicht nur aus neuen wichtigen Gründen erfolgen sollte, sondern auch eine Bestätigung der Abwahl vom Mai 2003 war. Anfangs hatte es nur geheißen, dass laut Bundesgerichtshofurteil bei einer Abwahl aus wichtigem Grund " hilfsweise " auch Gründe aus der Vergangenheit geltend gemacht werden könnten. Später war es dann stets eine Bestätigung der Abwahl vom Mai.

Das Landgericht Augsburg hatte bei der einstweiligen Verfügung immer wieder darauf hingewiesen, dass Tatsa­chen, die schon vor der Wahl im Dezember 2002 bekannt waren, nicht zu einer Abwahl aus wichtigem Grund führen können. Dies schien für Herrn Henke überhaupt keine Rolle zu spielen, denn ständig wurden wir mit " Gründen " konfrontiert, die schon vor der Wahl im Dezember 2002 bekannt waren oder aber vor der Abwahl im Mai 2003.

Eine ganz wesentlich Rolle spielte die Tatsache, dass laut Aussage von Herrn Dr. Reichert ein " Geheimnisbruch " oder unkollegiales Verhalten immer ein wichtiger Grund sei. Vom Grundsatz her kann man dem sicher zustimmen. Nur was war konkret der Geheimnisbruch? Herr Dr. Reichert hat selbstverständlich nie gesagt, dass ein solcher vorliege, lediglich die Tatsache an sich hat er dargestellt.

Soweit ich es in dieser Bundesversammlung verstanden habe, bestand der Geheimnisbruch in der Tatsache, dass Helmut Raiser andere Mitglieder des Vereins, von Herrn Henke als außen stehende Personen bezeichnet, von der Tatsache in Kenntnis gesetzt hatte, dass eine Vorstandssit­zung am 2. Januar 2004 geplant war mit dem Tagesordnungspunkt einer möglichen außerordentlichen Bundesversammlung mit dem Tagesordnungspunkt Abwahl von Dr. Helmut Raiser aus dem Amt als Bundeszuchtwart aus wichtigem Grund.

Diese Tatsache hat er mit einer Gruppe von Freunden und Beratern diskutiert. Ständig wurde dies in der Versamm­lung als schwerwiegender Vertrauensbruch dargestellt. Ist man als Bundeszuchtwart wirklich so einsam, dass man nur noch mit Vorstandsmitgliedern reden darf und nicht mehr mit seinen Freunden? In einem anderen Fall hatte eine Person diese Informationen entgegen Helmut Raisers Weisung benutzt und einen (gescheiterten) Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, die Bundesversammlung zu untersagen. Dies, beziehungsweise die Tatsache, dass Dr Helmut Raiser möglicherweise diese Informationen weitergegeben haben könnte, wurde ihm nun zum Vorwurf gemacht.

Außerdem war Helmuts Arbeitsgruppe, mit der er die Thesen, die Strategie und die Weiterentwicklung der Körmatrix erarbeitet hatte, ein " wichtiger Grund " für die Abwahl. Einerseits hatte man Helmut Raiser im Mai vorgeworfen, er habe keine Ahnung von der Zucht. Wenn er sich aber beraten lässt und lernt - dann ist das abzulehnen. Ein Ver­trauensbruch? Das können wirklich nur noch diejenigen nachvollziehen, die meinen, dass Verstand etwas mit Amt zu tun hat. Wir anderen müssen lebenslang lernen.

Offensichtlich kein Geheimnisbruch ist es, wenn Vorstandsmitglieder in Vier-Augen- oder auch Sechs-Augen-Gesprächen gemachte äußerungen darstellen und so zu einem wichtigen Grund hochstilisieren. Dies gilt sowohl für Aussagen gegenüber Inge Balonier als auch gegenüber Günther Diegel als auch gegenüber Wolfgang Henke.

Interessant auch am Rande, wenn im Internet, eine Userin, Heike2, von der man annehmen darf, dass sie Herrn Schweikert sehr nahe steht, dort schreibt: " ... und dann muss man erfahren, dass " the one and only " ohne rot zu werden, tausende Euros für " Dienstfahrten " zu Malikörungen, Landesversammlungen und Treffen der ZG großzügig über den SV abrechnet. Da fällt man doch vom Glauben ab. Ist doch klar, dass das auf keinen Fall verbreitet wer­den darf. Ist für die auf eigene Kosten angereisten Demonstranten schon ein Schlag ins Gesicht." Zu den einzelnen Punkten später mehr, aber von einer Abrechnung einer ZG Veranstaltung, zu der Helmut Raiser als Bundeszuchtwart eingeladen war, war bei der Bundesversammlung nie die Rede! Woher weiß Heike2 das? Herr Schweikert war nicht mehr im Vorstand. Wer hat denn hier mit Außenstehenden geredet? Geheimnisbruch oder ist im umgekehrten Fall alles akzeptabel ?

Detail über Detail wurde ausgebreitet. Einzelne Verfahren, die im Zuchtbuchamt abgearbeitet wurden, Eintragungen von Würfen, Fragen zum Züchterrecht und der Einsendefrist am 49. Tag nach dem Belegen. Ein besonders trauriges Beispiel bot die Tatsache, dass Helmut das Fehlurteil eines Körmeisters bemängelt hatte und dem Hundebesitzer die Möglichkeit eröffnet hatte, ein zweites Mal den Hund bei einem anderen Körmeister vorzustellen. Einige Zuchtrichter und Körmeister feixten, weil offensichtlich bei diesem zweiten Vorstellen das erste Fehlurteil vom zweiten Körmeister bestätigt worden war! Kleine Anmerkung hierzu: Es handelte sich um eine Fehlbeurteilung des Gebisses des Hundes. Der Tierarzt und Helmut als Zahnarzt sind offensichtlich nicht so kompetent wie einige Körmeister.

Ich sehe mich nicht in der Lage, hier alle Vorwürfe zu wiederholen. Aber ich will versuchen, soweit zu berichten, dass die Stimmung und die Tendenzen deutlich werden.

Eine überrumpelungsversammlung
Das große Problem bei den vorgetragenen Vorwürfen war, dass Helmut sich nicht vorbereiten konnte und er gezwun­gen werden sollte, ohne Vorbereitung detailliert zu Dingen Auskunft zu geben, die andere ganz offensichtlich im Detail und in sicher mühevoller und zeitintensiver Vorarbeit aufbereitet hatten. Es war eine überrumpelungsversammlung.

Für erfahrene Delegierte war dies nichts Neues. Die De­zemberwahlveranstaltung 2002 war letztendlich ähnlich gelaufen, wobei in meiner Erinnerung es damals noch schlimmer war. Ich weiß nicht, welche Delegierte sich diesmal anders entschieden haben und Helmut zwar im Mai 2003 nicht abgewählt haben, sich jedoch jetzt gegen ihn entschieden. Ich weiß vor allem auch nicht, welche Gründe sie dafür hatten. Ich befürchte nur, dass es bei der Vielzahl an Details sehr schwierig war, einen klaren Kopf zu behalten, ob es sich denn um einen wichtigen Grund handelte.

Dass auch Helmut Raiser Fehler macht, mag für manche überraschend sein - ich halte es für normal. Jeder Mensch macht Fehler. Helmuts Fehlerquote, wenn man den Druck bedenkt, unter dem er seit Monaten steht, ist sehr, sehr niedrig. Für viele Delegierte mag auch Helmuts Art, seine Sprache, seine Wortwahl, sein mit dem Kopf durch die Wand und Ich hab immer Recht! ein großes Problem gewesen sein. Das ist es für mich sehr häufig auch. Aber das haben wir vorher gewusst und das ist kein wichtiger Grund.

Helmut Raiser beansprucht für sich, ein besonders hohes moralisches Niveau einzuhalten. Er spricht aus, wer aus seiner Sicht die Wahrheit sagt – und wer nicht. Die Art und Weise wie er dies macht, gehört zu dem Kapitel: Die Begriffe Helmut Raiser und Diplomatie sind nicht miteinander vereinbar.

Wenn dann in einer Bundesversammlung Helmut betont, dass er erst Reisekosten abgerechnet habe, nachdem er abgewählt worden sei und Herr Tacke dann sagt, dass er Abrechnungen mit Buchungsvermerken aus der Hauptge­schäftsstelle aus den Monaten März und April vor sich liegen habe – dann schmerzt das besonders die, die ihm vertrauen. Denn selbstverständlich gehen alle davon aus, dass Herr Tacke die Wahrheit sagt.

Aber, keiner von uns hat in der Situation gefragt, wofür Helmut Raiser Geld erhalten hat. War es eine Kostenerstattung oder war es eine Spesenabrechnung? Natürlich habe ich seitdem nachgefragt. Helmut Raiser hat mir nochmals versichert: Er hat die erste Spesenabrechnung nach der Bundesversammlung an den SV geschickt. Er hatte nie vor, Spesen abzurechnen. Diese Einstellung hat er nach der Abwahl im Mai grundlegend geändert. Danach hat er alles, was möglich ist, abgerechnet. Mein persönliches Fazit möchte ich in dem Satz zusammenfassen: Ich weiß, dass ich Helmut Raiser glauben kann. Er hat mich in den rund zwanzig Jahren, die ich ihn nun kenne, nicht belogen.

Und bei allen Fragezeichen: Dieses Geld wurde rechtmä­ßig abgerechnet - niemals ein wichtiger Grund. Helmut wurden also aus Sicht der Hauptgeschäftsstelle fehlerhafte Reisekostenabrechnungen vorgeworfen, mit anderen Worten: Geld, das er nicht bekommen hat.

Helmuts Aussage, dass er das überwiesene Geld auf einem Konto geparkt habe, um es später entweder - sollte er tatsächlich einmal verlieren - für seine Anwaltskosten zu verwenden oder aber - sollte dieser Verein noch zu retten sein - es diesem wieder auf die eine oder andere Art zuzuführen, blieb offensichtlich ungehört.

Sein Wunsch in Meppen, auf einer für ihn, und sicher nicht nur für ihn, Zucht relevanten Veranstaltung als Bun­deszuchtwart eine Rede zu halten, war ebenfalls " ein wichtiger Grund ". Dies wurde als störend empfunden. Herr Henke gab an, das er befürchten musste, dass es zu Handgreiflichkeiten am Mikrofon hätte kommen können.

Helmut hatte dann - nachdem alle im Vorstand ihm die Redemöglichkeit verweigerten - auf diese Rede verzichtet. Eine Rede, die nicht gehalten wurde: Ein wichtiger Grund?

Ein Herr, ich meine aus Bayern Nord, gab an, Helmut habe Schutzdiensthelfern bei der Siegerschau in Ulm ge­sagt, im nächsten Jahr wolle er sie vorbereiten und einstellen, um ihnen dann zu zeigen, wie man unfair Hunde hetzen könne, damit sie aus dem Arm gehen. Wer immer Helmut Raiser auch nur ein wenig kennt: Das ist pure Verleumdung. Sicher sollte ein Bundeszuchtwart die Helfer vorbereiten -aber ein Aufruf zu unfairem Verhalten? Das ist Rufmord.

Mehrere Fälle wurden zitiert, bei denen es um die Eintragung eines Wurfs ging, bei dem eine Übertragung das Züchterrechts nicht bis zum 49.Tag nach dem Belegen beim Zuchtbuchamt angezeigt wurde. Helmut hatte hier qua Amt in Einzelfällen nachträglich Sondergenehmigun­gen erteilt. Dies rief den Hüter des Zuchtbuchs, Herrn Lux, auf den Plan. Helmut habe gegen die Satzungen gehandelt.

Konkret wurde ihm vorgeworfen, Herrn Lux als Zuchtbuchführer, eine Anweisung, die der Satzung entgegensteht, erteilt zu haben. Wer Herrn Lux auch nur ein klein wenig kennt, weiß natürlich, dass etwas derartiges, wenn es denn so war, an Herrn Lux abprallt. Er kennt seine Rechte und er kennt die Zuchtordnung. Und zu bedenken ist: Zu einer Regel gibt es in einem begründeten Fall meist eine Ausnahme. Wer soll die erteilen, wenn nicht ein Bun­deszuchtwart

Außerdem wissen wir dank Herrn Reinhard Meyer seit einigen Jahren: Herr Lux henkt hier die Kleinen und lässt die Großen laufen: Die " erfahrenen " Züchter verschieben da eben den Decktag um eine Woche (oder Wochen) – und schon gibt es kein Problem mit der HG. Ein wichtiger Grund? Wichtig wäre es, Helmut endlich an der Deregulierung arbeiten zu lassen, damit die Züchter sich nicht verbiegen und betrügen müssen.

Der " wichtige " Grund war also eine " Anordnung ", die nicht befolgt wurde?

Ein wichtiger Grund war auch Helmuts Forderung, den Arbeitsvertrag von Herrn Lux zu sehen. Dies wurde ihm verweigert. Dann wurde bekannt, dass er in der LG Niedersachsen den Antrag stellen wird, dass alle Vorstandsmitglieder auf Verlangen den Dienstvertrag einsehen dürfen. Ein weiterer " wichtiger " Grund.

Ja, und dann kamen noch die wirklichen " Hammergründe ": Der Weltartikel sowie, am Freitag vor der Versammlung erschienen, eine Beilage in der Süddeutschen Zeitung „Ciao, Bello“. Auf Nachfrage gab Herr Lux an, dass er die ihm in der Welt zugeschriebenen äußerungen in der Form nicht gesagt hätte. Das ist dann so in Ordnung, zumal Herr Lux einen Brief an den Verlag geschrieben hat!

Sorry, für mich wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Aber diese Presseberichte, nicht von Dr. Helmut Raiser geschrieben, sondern von Journalisten der freien Presse, sollen einen wichtigen Grund für eine Abwahl darstellen. Die in diesen Artikeln zitierten äußerungen gehen fast alle auf das Jahr 1996 zurück.

Angriff und Gegendarstellung ja – Debatte nein
Nachdem Herr Henke alle Vorwürfe in einer PowerPoint-Präsentation dargestellt hatte, hatte Helmut Gelegenheit, Folien auszuwählen und anhand dieser Folien eine Gegenargumentation zu bringen. Auch während dieser Zeit kam es zu kurzen Zwischenfragen oder Bemerkungen aus der Bundesversammlung. Eigentlich hätte danach die Debatte stattfinden müssen sowie weitere Fragen gestellt werden. Zunächst meldeten sich vier oder fünf Redewillige und bereits der erste oder zweite Beitrag, ich meine es war der erste, kam erwartungsgemäß: " Ich stelle Antrag auf Ende der Debatte. " Diesen Job hatte Herr Begier aus dem hohen Norden übernommen und seinem Antrag wurde stattgegeben. Allerdings nicht ohne Verwirrung, die letztendlich auch durch Herrn Dr. Reichert noch gesteigert wurde, weil er nicht wirklich mit unserer Geschäftsordnung vertraut war. Ob dies später erheblich sein wird, werden andere Juristen entscheiden müssen.

Interessant war es, dass Herr Henke nicht in der Lage ist, eine Bundesversammlung zu leiten, ohne alle paar Minuten Hilfe suchend die Rechtsanwältin Ursula Miller zu rufen, sie möge ihn doch bitte vor Formfehlern bewahren. Auch der Ruf nach dem Rechtsexperten Dr. Reichert erscholl in immer kürzeren werdenden Intervallen. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Anwesenheit diese beiden Vereinsrechtler nun tatsächlich geholfen hat. Jedenfalls geschah das, was wir im Vorfeld schon geahnt hatten: Eine wirkliche Debatte fand nicht statt.

Meine Worte zu Herrn Henke als Versammlungsleiter bitte ich, nicht falsch zu verstehen: Es ist so, dass wir offensichtlich mindestens einen Anwalt für eine Versammlung brauchen, für eine Bundesversammlung zwei. Manchmal fürchte ich, dass wir den Juristen so viel Macht gegeben haben, dass uns unsere Demokratie schon fast völlig aus den Händen geglitten ist.

So kam es zur geheimen Abstimmung: Ohne dass die vorgetragenen Gründe jemals von der Versammlung diskutiert wurden, ohne dass eine Bewertung stattfand, ohne dass man darüber sprach, welche Hintergründe es für diese Abwahl gab. Das Ergebnis ist bekannt.

Konsequenzen
Diese Bundesversammlung geht in ihrer Bedeutung weit über die Person Helmut Raiser hinaus. Diese Bundesver­sammlung hat nun zum zweiten Mal beschlossen, dass sie sich vom Zuchtausschuss diktieren lässt, wen sie zu wäh­len hat. Ein Anrufer sagte: " Die " Messer sind schärfer und schärfer geworden ". Das menschliche Miteinander wird immer schwieriger, die Fronten verhärten sich. Und diese Fronten sind nicht die alten " Lager". Verantwortungsbe­wusste Aussteller und Züchter, deren Hauptorientierung im Erscheinungsbild des Hundes liegt, wissen, dass eine Zuchtselektion allein auf das Exterieur kein Merkmal für eine Gebrauchshundezucht sein kann. Sie wissen es nicht nur, sie setzen es auch um. Helmut hat für seine Ideen und für seine Projekte Unterstützung aus allen Bereichen des Vereins.

Ein Zeitungsredakteur fragte mich im Vorfeld, ob man diesen Konflikt als einen Kampf zwischen Traditionalisten und Modernisierern bezeichnen könnte. Ich verneinte dies. Ich habe vor wenigen Tagen einen wunderbaren Spruch gelesen: " Traditionen bewahren heißt, die Flamme am Brennen halten. " Eine Tradition zu bewahren ist nichts Negatives. Das, was alte Seilschaften in unserem Verein wollen, ist negativ, denn sie bewahren nicht Traditionen. Sie benutzen den Deckmantel der Tradition, um darunter Geschäfte zu machen. Und wer Geschäfte machen will, möchte eine heile Welt vorgaukeln und kann einen Zucht­wart der Probleme anspricht oder Mitglieder, die den Hund auch kritisch betrachten, nicht gebrauchen. Sie stören das Bild

Aber die Ereignisse, vor allem vor dieser Bundesversammlung, lassen sich nicht mehr umkehren. In unserem Verein weiß jetzt jeder:

ü Schau ist nicht gleich Zucht.
ü Auch ein leistungsorientiertes Mitglied kann sich zu Zuchtfragen äußern.
ü Ein leistungsorientiertes Mitglied muss sich zu Zucht­fragen äußern

Deshalb ist diese Bundesversammlung nur ein Beginn. Die Basis hat sich warmgelaufen für die kommenden Landesversammlungen mit dem Ziel: Bundesversammlung im Mai

Das nächste Ziel: Die Landesversammlungen
Auf den Landesversammlungen gilt es kritische Fragen zu stellen:
Befragt euren Landesgruppenzuchtwart nach den Inhalten von Helmuts Körmatrix und lasst euch exakt sagen, was sie daran ablehnen.
Wenn sie sie nicht ablehnen, könnt ihr sie fragen, warum sie nicht daran mitgearbeitet haben. Lasst euch nicht in Vier-Augen-Gesprächen besänftigen.
Kämpft für die Demokratie in diesem Verein.

Zurück